Pro Risikomanagement :-)))


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Nachricht von Ralf Schmidt am 26. Mai 2003:

Im Bezug auf: Risikomanagement :-) kommentiert von Wolfgang Horn am 23. Mai 2003:

Hiya,
da will doch der Wolfgang nicht schon wieder mal provozieren!? ;-)

Für mich beinhaltet Projektmanagement ein gewisses Maß an Risikomanagement. Beispiele sind zeitliche Puffer, jede Fall/Roll-Back Lösung, Backup-Systeme und was auch immer, in Abhängigkeit vom zu erwartenden Risiko. Normalerweise integral in der Projektplanung vorhanden kann es notwendig sein bei sehr komplexen Projekten Risiken für sich zu betrachten und zu bewerten. Das ist für mich kein "Risikomanagement" in dem versucht wird neben Hosenträgern und Gürteln auch noch zusätzliche Backup-Systeme (zweites paar Hosen darunter, etc.) zu installieren sondern Verbesserung der Überlebenschance im hochkomplexen Umfeld.

Was ich unter angewandtem Risikomanagement verstehe:
Ich fliege mit einer Sportmaschine von A nach B. Dabei schaue ich mir vorher den Plan genau an, vermeide Kontrollzonen, das Überfliegen von Geländen in denen Notlanden nicht möglich ist, checke die Maschine durch und starte. Danach freue ich mich an einem schönen Flug bei dem ich mich voll auf den Genuss als auch auf unvorhergesehene Probleme (Wildgänseschwarm, entgegenkommende Flugzeuge, etc.) konzentrieren kann. Wo nötig wird der Plan "in flight" nachgehalten und angepasst.

Was ich unter "Risikomanagement als Selbstzweck" ansehe:
Ich verfahre bei der Planung genau so, allerdings lasse ich die Maschine zusätzlich von zwei weiteren Personen checken. Ich höre genau Wetter, Flugfunk etc. ab und zeichne mir jedes Feld ein auf dem ich ggfs. Notlanden könnte. Nicht zu vergessen Notration, Signalpistole, Schwimmweste, Survivelmesser, etc. Einmal in der Luft versuche ich genau diese Felder zu erkennen, checke ständig die Instrumente - und knalle in eine frontal entgegenkommende 747 - die leider nicht eingezeichnet war.
Oder, alternatives Ende, trotz bester Planung habe ich den Kurs verloren (Wettervorhersage war dann doch nicht sooo genau ;-)) und stürze in Panik ab da ich mich nicht mehr zurechtfinden kann.

Man muss halt immer den goldenen Mittelweg zwischen dem blindem Hassardeur und dem überängstlichen Hasen finden.
Aber: Wenn ich als PL bereit bin Klippen haarscharf zu umschiffen muss ich zumindest wissen wie tief die Klippen sind und wie groß der Schaden bei einem Anschrammen wäre - das ist dann wiederum Risikomanagement im PM.

Bis dann,
Ralf Schmidt



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