English: Index for Sustainable Economic Welfare / Deutsch: Index für nachhaltiges Wirtschaftswachstum / Español: Índice de Bienestar Económico Sostenible / Português: Índice de Bem-Estar Econômico Sustentável / Français: Indice du Bien-Être Économique Durable / Italiano: Indice di Benessere Economico Sostenibile
Der "Index for Sustainable Economic Welfare" (ISEW) ist ein alternatives Maß für das wirtschaftliche Wohlergehen einer Gesellschaft, das im Gegensatz zum herkömmlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) steht. Entwickelt wurde der ISEW als Versuch, die Umwelt- und Sozialkosten sowie den Ressourcenverbrauch in die Berechnung des Wohlstands einzubeziehen. Im Wesentlichen zielt der ISEW darauf ab, ein umfassenderes Bild von Wohlstand und Lebensqualität zu liefern, indem er Faktoren wie Einkommensverteilung, unbezahlte Hausarbeit, Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch und soziale Kosten berücksichtigt.
Um den ISEW zu berechnen, werden verschiedene Indikatoren und Korrekturen angewendet, um das BIP zu modifizieren. Diese können beispielsweise die Kosten der Umweltverschmutzung und des Ressourcenabbaus subtrahieren, während positive Faktoren wie unbezahlte Hausarbeit und soziale Investitionen addiert werden. Durch diese Anpassungen soll der ISEW ein genauerer Indikator für das tatsächliche Wohlergehen einer Gesellschaft sein, indem er eine umfassendere Darstellung der wirtschaftlichen Aktivitäten und ihrer Auswirkungen liefert.
Der ISEW hat in der Forschung und Politikdiskussion an Bedeutung gewonnen, da er eine alternative Perspektive auf die Bewertung von Wirtschaftswachstum und Wohlstand bietet, die über rein monetäre Kennzahlen hinausgeht. Er wird von einigen Befürwortern als nützliches Instrument angesehen, um die Auswirkungen von Wirtschaftspolitik und Entwicklung auf Umwelt und Gesellschaft besser zu verstehen und zu bewerten.
Die klassische Form, die Wirtschaft zu messen ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Als zentrale, anerkannte Größe misst das BIP die wirtschaftliche Produktion einer Gesellschaft. Die jährliche Steigerung des BIP könnte nun suggerieren, es gehe uns immer besser. Nur über den Wohlstand einer Gesellschaft lässt sich mit dem BIP wenig aussagen. Immer größere Anteile der Produktion werden nämlich in Bereichen gebunden, die lediglich zur Reparatur entstandener Schäden oder der Erhaltung des Status quo dienen. Umweltfolgekosten wie Filteranlagen, Sozialfolgekosten wie gestiegene medizinische oder psychologische Behandlungskosten und Naturkatastrophenschäden wie Erdbeben oder Überschwemmungen werden im Bruttoinlandsprodukt positiv (!) verbucht. Ein Ansteigen des BIP suggeriert damit vollkommen fälschlich einen Wohlstandsgewinn. In Wahrheit vermindern sich die Güter und Services, die für individuelle Konsumzwecke zur Verfügung stehen seit Jahren stetig. Dieses Ergebnis zeigt sich deutlich, wenn wir im Sinne einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung den Index of Sustainable Economic Welfare kurz: ISEW betrachten. Der ISEW setzt an den zentralen Kritikpunkten des BIP an. Als wohlstandsvermehrend werden nicht nur marktgängige Größen - wie dies im BIP geschieht - erhoben, sondern auch1. die im Haushalt erbrachten Leistungen erfasst;
2. soziale und ökologische Defensivkosten, etwa jene zur Reparatur von Umweltschäden, als Abzugsposten dargestellt;
3. die Berechnungen durch Korrekturposten, die den Aspekt der Nachhaltigkeit Rechnung tragen ergänzt und
4. die Frage der Verteilung von Arbeit und Einkommen als wohlstandsrelevant betrachtet und miteinbezogen. Ergebnis: jährlich verbuchen wir zwar ein gestiegenes BIP, doch seit 1979 stagniert die Kurve des ISEW und damit eigentlich unser Wohlstand. Der Wohlstand ist in Österreich seit Ende der 70er Jahre nicht mehr gestiegen - er stagniert oder nimmt sogar leicht ab!
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