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Der Begriff Stroh ist ein Sammelbegriff für ausgedroschene und trockene Halme / Stängel und Blätter von Getreide, Ölpflanzen, Faserpflanzen oder Hülsenfrüchten.

Das meiste Stroh wird als Humus- und Nährstoffquelle in den Boden landwirtschaftlicher Nutzflächen eingearbeitet, entweder direkt nach der Ernte oder "vermischt mit Tierexkrementen als Mist" nachdem es als Einstreu genutzt wurde.

Einige Stroharten dienen auch als rohfaserreiche, aber nährstoffarme Futtermittel. Stroh wird auch energetisch genutzt als Brennmaterial und als Rohstoff für synthetische Biokraftstoffe. Zudem wird Stroh als Baumaterial (Strohballenbau), als Rohstoff für (kunst-)handwerkliche Arbeiten (z. B. Strohflechterei) sowie früher auch als Material zur Eindeckung von Dächern verwendet. Im Unterschied zu Stroh besteht Heu aus nicht ausgedroschenen, getrockneten, geschnittenen Futterpflanzen, das heißt meist aus Gräsern und Kräutern, zum Beispiel aus Klee.

Beim Anbau von Getreide und Raps fällt als Ernterückstand Stroh an. Stroh kann in Heizkesseln und Heizkraftwerken für die Strom- und Wärmeproduktion genutzt werden sowie in Biogasanlagen mit eingesetzt werden. Verfahren zur Nutzung von Stroh für die Produktion von Bioethanol sind in der Markteinführung. Das Potenzial von Stroh wird maßgeblich durch den Umfang der Ackerflächen und deren Bodenqualität bestimmt. Wie bei der Abschätzung der Energiepflanzen-Potenziale der Landkreise werden deren Anbaubedingungen für Getreide und Raps berücksichtigt, d.h. ihre durchschnittlichen Ernteerträge, Niederschläge und der spezifische Anbaumix von Raps, Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Triticale. Für die Zukunft werden in Abhängigkeit von diesen Anbaubedingungen aufgrund von verbesserten Anbauverfahren und Fortschritten bei der Energiepflanzenzüchtung wiederum Ertragssteigerungen angesetzt. Das daraus ermittelte Potenzial von Stroh kann jedoch nur zu 20 Prozent energetisch genutzt werden. Es wird angenommen, dass der größte Anteil als Einstreu in der Tierhaltung zum Einsatz kommt oder auf dem Feld verbleibt. Auch in Zukunft soll der Landwirt eine ausreichende Menge von verbleibendem Stroh unterpflügen können, um die Humus- und Nährstoffqualität des Ackerbodens zu sichern.
Buchliste: Stroh

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